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Anstieg der Alkoholvergiftungen unter Jugendlichen

Die Zahlen sind alarmierend:Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes trinken immer mehr Jugendliche,bis der Arzt kommt.Der Behörde zufolge ist die Anzahl der Jugendlichen,die sich nach übermäßigem Alkoholkonsum in ärztliche Behandlung begeben mussten innerhalb von vier Jahren um etwa 70 Prozent gestiegen.In der Altersgruppe der unter 15-Jährigen werden jährlich knapp 600 Alkoholvergiftungen gezählt.

"Fast jeder dritte Jugendliche in Bayern trinkt exzessiv an ein bis zwei Tagen im Monat",äußerte sich Sabine Wagner-Rauh von der Techniker Krankenkasse (TK) in diesem Zusammenhang.Als mögliche Folgen des Alkoholmissbrauchs nannte sie dauerhafte Leber- und Gehirnschäden.

Wie eine Studie des bayerischen Gesundheitsministeriums belegt,sind 61 Prozent der Jugendlichen bei ihrem ersten Rausch durchschnittlich 14,9 Jahre alt.Aber auch die unter 13-Jährigen greifen zur Flasche:Von ihnen waren bereits etwa zehn Prozent betrunken.

Keine Fete ohne Alkohol

Egal ob auf der Geburtstagsparty oder beim Tanz in den Mai:Eine gelungene Fete ohne Alkohol ist für viele Jugendliche nicht vorstellbar.Bayerns Gesundheitsminister Werner Schnappauf zitiert die Gesundheitsstudie 2005:Rund die Hälfte aller Jugendlichen hält demnach die legale Droge Alkohol notwendig für ein gutes Fest.

15 Jahre zuvor habe nur jeder Vierte diese Auffassung vertreten.Besorgt reagieren Experten auf den neuen Trend des "Trinkens bis zum Umfallen" oder des "Komasaufens".


"Gewissenlose Industrie"


Dass Feste automatisch an Bier,Schnaps und Cocktails gekoppelt werden,kritisiert auch Axel Seifert,Leiter des Präventionszentrums München.Hart ins Gericht geht er mit denen,die am Alkohol verdienen.Hauptschuld an der Zunahme des "Komasaufens" habe die "gewissenlose Industrie",sagte Seifert im Tagesgespräch in Bayern2Radio und BR-alpha.

"Das Big Business hat die Jugend entdeckt",so der Diplom-Psychologe.Die gezielt an Jugendliche gerichtete Werbung fördere das exzessive Trinken,es werde kommerzialisiert,um "am Elend anderer Menschen" zu verdienen.Seifert fordert das Einschreiten der Politik,ebenso wie Felix Tretter,Chefarzt der Suchtabteilung des Bezirkskrankenhauses Haar.

An Tankstellen beispielsweise könnten Jugendliche relativ leicht an Hochprozentiges kommen,so die Kritik Tretters im Tagesgespräch,etwa durch einen "vorgeschobenen" 18-Jährigen,der den Wodka seiner Clique weitergibt.

Beratungen am runden Tisch

Handlungsbedarf sieht auch Minister Schnappauf.Allerdings könnten die Probleme des hohen Alkoholkonsums nur gemeinsam gelöst werden.Dazu beitragen soll ein vom Gesundheitsministerium eingerichteter runder Tisch,bestehend aus Vertretern von Jugendorganisationen,der Alkoholindustrie,Eltern,Schulen und Politikern.




Gehirn in Gefahr

Schätzungsweise 160.000 Kinder und Jugendliche bis ca.25 Jahre sind laut der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) alkoholgefährdet oder abhängig. Entscheidend ist dabei das Einstiegsalter:Je früher Kinder zu trinken beginnen, desto größer ist die Gefahr,dass sie abhängig werden.Zudem schädigt Alkohol Kinder stärker als Erwachsene.Vor allem das Gehirn ist in Gefahr:Es ist erst mit circa 17 Jahren voll ausgereift und wird durch Alkohol am stärksten geschädigt.





Süße Verführer Alcopops

Alkoholische Mischgetränke, die so genannten Alcopops,wurden in den letzten Jahren stark kritisiert.Durch den hohen Zuckergehalt verwischen sie die Grenzen zwischen Erfrischungsgetränk und Alkohol.

Die Folge:Jugendliche unterschätzen den Alkoholgehalt der Getränke und merken zu spät,dass sie betrunken sind.Alcopops enthalten pro Flasche mehr als zwei Schnapsgläser hochprozentigen Alkohol (5 - 6 Volumenprozent).Bei regelmäßigem Genuss tritt so schrittweise eine Gewöhnung an größere Mengen Alkohol ein - und kann damit den Einstieg in die Alkoholsucht begünstigen.Seit August 2004 gilt eine Sondersteuer für Alcopops.Das von der Weltgesundheitsorganisation (WHO),Alkohol- und Drogenexperten geforderte Werbeverbot steht noch aus.


Das soziale Umfeld prägt

Teenie-Clique

Das Konsumverhalten von Kindern und Jugendlichen wird stark durch die Familie,den Freundeskreis sowie Jugendgruppen und Sportvereine geprägt.Deshalb sei bei suchtkranken Kindern nicht so sehr der körperliche Entzug problematisch,sondern die sozialen Mechanismen,die zur Sucht führen,so Jürgen Hollick vom Verband der Bayerischen Bezirke auf einer Fachtagung.Ein erhöhtes Risiko,suchtkrank zu werden, haben Kinder,die aus einem zerrütteten Elternhaus kommen oder unter starken psychischen Problemen leiden. http://www.fairyking.de

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Christiane Lindermaier

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Verfasser und somit verantwortliche Person für den Inhalt dieses Artikels ist der Autor Semirames.

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